Tipps für Betroffene
Tipps für das Gespräch mit medizinischem Fachpersonal
Ein Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt stellt für viele eine Stresssituation dar. Auch Angehörige sind mit der Situation oft überfordert und haben Hemmungen, Fragen zu stellen. Manchmal sind Patient:innen nervös oder auf andere Dinge konzentriert und erinnern sich nur bruchstückhaft an das Gesagte.
Es ist ganz natürlich, dass nicht immer alle Fragen in einem Gespräch geklärt werden können. Auch Nachfragen, wenn man nicht alles gleich verstanden oder etwas vergessen hat, sind völlig normal.
Am besten bereitet man sich zu Hause in Ruhe auf das Gespräch vor:
- Fragen aufschreiben: So kann man während des Gesprächs nichts vergessen.
- Keine Scheu vor Nachfragen: Wenn Patient:innen etwas nicht verstehen, sollen sie - auch mehrmals - nachfragen können. Die Betroffenen haben das Recht zu verstehen, was mit ihnen passiert und was auf sie zukommt.
- 4-Ohren-Prinzip: Viele Patient:innen fühlen sich sicherer, wenn sie eine Begleitperson zum Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt mitnehmen, denn in der Aufregung vergisst man schnell etwas. Nach dem Gespräch kann man sich gemeinsam über das Gehörte austauschen.
- Patient:innen haben das Recht, eine zweite Meinung einzuholen, wenn sie mit dem Gespräch unzufrieden sind, sich bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt nicht wohl fühlen oder sich absichern möchten, dass die vorgeschlagene Therapie auch die richtige für sie ist. Auch Interesse an den Therapiemöglichkeiten ist Grund genug, eine weitere Ärztin oder einen weiteren Arzt zu konsultieren. Es ist sehr wichtig, dass die Betroffenen der Ärztin oder dem Arzt vertrauen können und eine gute Gesprächsbasis haben.
Tipps für Angehörige
Auch Angehörige sind mit einer Diagnose oft überfordert. Sie fühlen sich ohnmächtig, haben Angst und wissen meistens nicht, ob und wie sie die Betroffenen unterstützen können.
Eine Krebserkrankung verändert das Leben
Als Krebspatient:in können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin besprechen und entscheiden, welche Behandlung zu Ihnen und zu Ihrer Situation am besten passt
Checklisten
- Wo befindet sich der Tumor?
- Wie groß ist der Tumor?
- In welchem Stadium befindet sich der Tumor?
- Haben sich schon Metastasen gebildet?
- Gibt es genetische Veränderungen (Mutationen) in meinem Tumorgewebe?
- Mit welchen molekularen diagnostischen Methoden wurden die Veränderungen ermittelt?
- Wie sieht meine Prognose aus?
- Welche Untersuchungen und Maßnahmen stehen nun an?
- Welche Tumorart liegt in meinem Fall vor?
- Was ist das Ziel meiner Behandlung?
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und welche ist die richtige in meinem Fall?
- Welche Vor- und Nachteile haben die Behandlungsformen?
- Welche Auswirkungen hat die Behandlung auf meinen Alltag?
- Wie lange wird meine Behandlung dauern?
- Sollte die Behandlung sofort beginnen oder habe ich noch Bedenkzeit?
- Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten der Behandlung?
- Kann meine Behandlung meine Fruchtbarkeit beeinträchtigen?
- Kann man meine Eizellen oder Spermien vorher konservieren?
- Kann ich mir eine Zweitmeinung von einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt einholen?
- Was kann ich tun, um gesund zu bleiben?
- Auf welche Symptome muss ich achten, die ein Hinweis für einen Rückfall sein könnten?
- Habe ich Anspruch auf eine Anschlussheilbehandlung bzw. Rehamaßnahme?
- Wo kann ich Hilfe und Tipps für den Alltag bekommen?
- Was kann von medizinischer Seite getan werden, damit meine Erkrankung so lange wie möglich in einem stabilen Zustand gehalten werden kann?
- Was kann ich tun, damit ich einen stabilen Zustand unterstütze?
- Wer kann mir helfen, wenn ich mit der psychischen Belastung nicht zurecht komme?
- Welche Schritte sind nun aufgrund meiner Diagnose hinsichtlich Beruf (Rente, Behinderung) und Familie wichtig?
- Wäre eine Studienteilnahme in meiner Situation sinnvoll?
- Wer führt eine palliative Therapiebegleitung durch?
- Wer kann mir helfen, wenn die Therapiemaßnahmen nicht mehr wirken?
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